Maroni-Frikadellen mit Karottenspaghetti und Fenchel

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Ich muss zugeben, der ganz große Frikadellen-Fan bin ich noch nie gewesen… Klar, das ein oder andere kleine Fleischbällchen habe ich beim Picknick schon gerne in den Senf getunkt, aber im Großen und Ganzen haben wir zu Hause sowieso noch nie so viel Hackfleisch verwendet - maximal in der weltbesten Bolognese Sauce meiner Oma!

 

Aber genauso wie Falafel oder Energy-Balls faszinieren mich kleine essbare Bällchen einfach in jeder Form und Farbe. Als Snack, als Nachtisch, oder eben wie hier als Hauptrolle meines Abendessens.

 

Und Maronen - mit denen assoziieren die meisten nur den Weihnachtsmarkt (oder wie ich den Maroni-Mann der kleinen Hexe)… Dabei sind sie so vielseitig einsetzbar und werden meiner Meinung nach vollkommen unterschätzt. Nun gut - die äußerliche Schönheit der gegarten und vakuumierten Edelkastanien hält sich in Grenzen, was sie oft zu einem traurigen Dasein als Braten-Füllung oder maximal noch als Suppe verdammt. Dabei ist doch allgemein bekannt, dass es eigentlich auf die inneren Werte ankommt - und geschmacklich haben die kleinen Früchte wirklich einiges zu bieten!

 

Als ich also nach einem Weg suchte, den Maronen ein ganzes, würdiges Gericht zu widmen, kam mir irgendwann die Idee der herzhaften Maroni-Bällchen. Zusammen mit den leichten Karottenspaghetti und dem cremigen, an Bratensauce erinnernden Fenchel-Gravy, bilden sie das perfekte, leichte und trotzdem wärmende Abendessen - besonders jetzt, solange der Frühling noch auf sich warten lässt.

 

 

Anmerkungen und Tipps zum Rezept:

 

Pastinake: Diese leicht in Vergessenheit geratene Wurzel verleiht den Frikadellen einen vollen, würzigen Geschmack. Ihr könnt sie aber notfalls auch durch Petersilienwurzel oder Sellerie ersetzen.

Polenta: Polenta sorgt bei diesem Rezept für besonders knusprige Frikadellchen, ihr könnt aber auch Maismehl oder jedes andere glutenfreie Mehl verwenden.

Karottenspaghetti: In einigen Supermärkten könnt ihr die Karotten schon fertig spiralisiert kaufen, mit einem Spiralschneider ist das je nach Karottengröße etwas aufwändiger. Für das Foto habe ich deshalb meine Karotten mithilfe eines Sparschälers in Pappardelle-Form gebracht. Aber egal, für welche Form ihr euch entscheidet, die anschließende Zubereitung ist immer super einfach. In diesem Rezept gare ich meine Karotten-Pappardelle nur für einige Minuten in Salzwasser. Wenn ihr möchtet, könnt ihr sie aber auch noch anschließend kurz zu den Frikadellen in die Pfanne geben. Die Maroni-Bratlinge passen aber natürlich auch zu "normalen" Spaghetti!

Rosa Pfeffer: gilt bei HIT als verträglicher als schwarzer Pfeffer

Mixer: Um die Maroni-Mischung in eine cremige und formbare Masse zu verwandeln, benutzt ihr am besten einen starken Mixer oder FoodProcessor. Mein kleiner, 20 Jahre alter Häckselaufsatz des Handrührers ist da ein wenig an seine Grenzen gestoßen, weshalb ich mit einem Pürierstab nachgeholfen habe.

Zubereitungszeit: 45 Minuten

histaminfrei, glutenfrei, milchfrei, vegan

 

Zutaten (für 2 Portionen):

Für die Maroni-Frikadellen:

2 EL geschrotete Leinsamen

etwa 1/2 kleine Pastinake

150g gegarte Maroni (vakuumverpackt)

einige Stängel frische Petersilie

1 EL Polenta (Maisgrieß)

1 geh. TL gemahlener Koriander

1 TL Zitronenabrieb (nach Belieben)

Salz

 

Für die Sauce:

1/2 Fenchelknolle

4 EL Olivenöl

300ml Gemüsebrühe (evtl. mehr je nach gewünschter Konsistenz)

1 EL Apfelessig

Salz, Pfeffer

2 EL Speisestärke

 

Außerdem:

300g Karottenspaghetti

rosa Pfeffer (nach Belieben)

Zubereitung:

  1. Für die Maroni-Frikadellen die Leinsamen in einer kleinen Schüssel mit 2 EL warmem Wasser vermengen und etwa 5 Minuten quellen lassen.

  2. Die Pastinake schälen und 60g reiben oder in einem Mixer fein häckseln. Petersilie waschen.

  3. Maroni, geriebene Pastinake, gequollene Leinsamen, Petersilie, Polenta, gemahlenen Koriander und nach Belieben Zitronenabrieb in einen Mixer geben. Alles zu einer gleichmäßigen Masse zerkleinern und mit Salz abschmecken.

  4. Falls die Masse noch nicht richtig zusammenkommt 1-2 EL Wasser hinzugeben.

  5. Die Masse mit den Händen zu 6-8 kleinen, flachen Frikadellen formen. 

  6. Für die Sauce den Fenchel waschen, putzen und fein hacken. Das Olivenöl in einem Topf erhitzen und den Fenchel darin einige Minuten andünsten.

  7. Anschließend den Fenchel mit Gemüsebrühe und Apfelessig ablöschen. Die Sauce aufkochen lassen und mit Salz abschmecken.

  8. Die Speisestärke in 2 EL kaltem Wasser auflösen und nach und nach je nach gewünschter Konsistenz in die Sauce einrühren. Alles erneut aufkochen, bis die Sauce eindickt.  

  9. Für die Spaghetti Wasser in einem Topf zum Kochen bringen und 1 TL Salz hinzugeben. Die Karottenspaghetti darin etwa 3 Minuten garen und anschließend abgießen. 

  10. Währenddessen ein wenig Olivenöl in einer beschichteten Pfanne erhitzen. Die Maroni-Frikadellen darin bei mittlerer Hitze von beiden Seiten goldbraun anbraten. 

  11. Die Frikadellen mit Karottenspaghetti und Fenchelsauce servieren und mit frischer Petersilie und nach Belieben rosa Pfeffer garnieren.